*Bhagavad - Gita* ::::: *Der Gesang Gottes*

Arjunas Klage 

 

Das erste Kapitel der Bhagavad-gita bildet den Auftakt zu einer Unterweisung, die noch heute nichts von ihrer Kraft und Weisheit verloren hat. Sie setzt die Erzählung des Mahabharata fort und schildert in Einzelheiten, wie die gegnerischen Armeen der Pandavas und der Kauravas einander kampfbereit gegenüberstehen. Tosend lassen beide Seiten ihre Muschelhörner erschallen und signalisieren so den Beginn der Schlacht von Kurukshetra. Doch da bittet Arjuna seinen Wagenlenker Krishna, den Streitwagen zwischen die Fronten zu fahren. Mit grossem Entsetzen sieht Arjuna Väter, Grossväter, Lehrer, Onkel, Brüder, Söhne und Freunde in den langen Schlachtreihen beider kampfbereiten Armeen. Schmerz und Mitleid überkommt ihn, als er seine engsten Verwandten, Lehrer und Freunde in diesem Kampfgeist vereint sieht und er verliert den Mut, legt den Bogen aus der Hand und beschliesst, nicht zu kämpfen.

Warum kämpft Arjuna nicht? Aus Mitleid? Aus Feigheit? Oder ist es vielleicht nur eine Sache von Unwissenheit, die Arjuna nicht verstehen lässt, weshalb es so entscheidend ist, dass er am Kampf teilnimmt und das Vorrücken der ruchlosen Kauravas verhindert?

Im ersten Kapitel und in den ersten Versen des zweiten Kapitels hören wir Arjunas eigenen Erklärungen, die seinen Entschluss nicht zu kämpfen stützen. Dann folgt die Unterweisung Krishnas, der Arjuna vor Augen führt, weshalb seine Argumente wertlos sind.

Wie so oft in der altindischen Weisheitslehre, übernimmt ein grosser Geweihter, eine vollkommen verwirklichte Seele (hier Arjuna), die Rolle eines Strauchelnden, Verwirrten. Tatsächlich ist es Krishna, der Regisseur dieses Dramas, der Arjuna verwirrt und ihn zweifeln lässt, so dass er seine transzendentale Lehre zum Nutzen der ganzen Welt verkünden kann. Ähnlich wie Krishnas Unterweisungen alle Zweifel Arjunas zerstreuen und ihn von seinen Ängsten befreien, liegt in ihnen die Kraft, jedes Lebewesen von den Bindungen des materiellen Daseins zu befreien, wenn es bereit ist, sich diese Unterweisung zu Herzen zu nehmen.

Entsprechend seinem eigenen, ganz persönlichen Werdegang wird der Mensch von ähnlichen Problemen zurückgehalten, wie sie Arjuna in der Bhagavad-gita anspricht. Das Schlachtfeld von Kurukshetra, die Kriegsheere, der politische Hintergrund und ähnliches bilden nur den äusseren Schauplatz für eine Auseinandersetzung, die in dieser oder anderer Form an allen Orten und zu allen Zeiten stattfindet. Wollen wir deshalb verstehen, worin die befreienden Anweisungen Krishnas bestehen und worauf sie sich beziehen, müssen wir versuchen, uns mit unserem Denken und Empfinden in die Lage Arjunas zu versetzen. Das erscheint nicht allzu schwierig, da das Denken und Wünschen der meisten von uns sich vorwiegend um unsere Körper, unsere Familien, unsere Arbeit oder unser Land dreht, wie dies in jenem Moment auch bei Arjuna der Fall ist. Ungeachtet dessen, ob wir diese zeitweiligen Formen besonders mögen oder nicht, beeinflussen sie unser Leben auf die eine oder andere Weise -, wir mögen uns an sie klammern oder sie ablehnen, in beiden Fällen ist unsere Aufmerksamkeit davon gefangen genommen und unser Bewusstsein daran gebunden.

Sehr schnell weist Krishna Arjuna in den Versen 16 und 17 des zweiten Kapitels darauf hin, dass die wandelbaren Bezeichnungen aus einer kosmischen Weltsicht betrachtet, keinen Bestand haben, und im Gegensatz hierzu einzig das ewige, unwandelbare Selbst, die unzerstörbare spirituelle Seele, wirkliche Substanz aufweist. Diese Sicht bildet die Grundlage transzendentalen Wissens. Selbst, wenn Sie aus diesem Kurs nichts anderes mitnehmen würden, als die bewusste Erkenntnis: ”Ich bin nicht dieser Körper, ich bin reine spirituelle Seele, Teil und Teilchen des höchsten Bewusstseins, des höchsten Wesens,“ beherrschten Sie die Essenz des Yoga.

 

 

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Geschichtlicher Hintergrund

 

 

 

 

 

 

Den Seinszustand, an den man

sich beim Verlassen des Körpers erinnert,

wird man ohne Zweifel erreichen.(Bhagavad-Gita)

raja-vidya raja-guhya.

pavitram idam uttamam

pratyaksavagama. dharmya.

susukha. kartum avyayam                 (Bhagavad-Gita 9.2)

 

Dieses Wissen ist der König der Bildung und das

geheimste aller Geheimnisse. Es ist das reinste Wissen,

und weil es durch Erkenntnis eine direkte Erfahrung

vom Selbst vermittelt, ist es die Vollkommenheit der

Religlon. Es ist immerwährend und wird mit Freude

praktiziert.

 

 

Die Bhagavad-gita betont, besonders vom Zweiten Kapitel

an, die Wichtigkeit der Seele. Ganz zu Anfang sagt

Krishna, daß der Körper vergänglich und daß die Seele

unvergänglich ist. Das ist ein vertraulicher Teil des

Wissens: einfach zu wissen, daß die spirituelle Seele vom

Körper verschieden und daß ihr Wesen unveränderlich,

unzerstörbar und ewig ist.

 

Aber das ist noch keine positive

Information über die Seele. Manche Menschen sind der

Ansicht, die Seele sei vom Körper verschieden und bleibe,

wenn der Körper tot oder wenn man vom Körper befreit

sei, in einer sogenannten Leere und werde unpersönlich.

Doch diese Auffassung entspricht nicht der Wirklichkeit.

Wie kann die Seele, die schon im Körper so aktiv ist,

untätig sein, wenn sie vom Körper befreit ist? Sie ist immer

aktiv. Wenn sie ewig ist, dann ist sie auch ewig aktiv.

 

Ihre Tätigkeiten im spirituellen Königreich bilden den vertraulichsten

Teil spirituellen Wissens, und deshalb wird hier

angedeutet, daß diese Tätigkeiten der spirituellen Seele den

König allen Wissens, den vertraulichsten Teil allen

Wissens, darstellen.