Was ist ein Pyramidion?

Der oberste pyramidenförmiger Stein der auf der Pyramidenspitze tront wird Pyramidion (Mehrzahl Pyramidia) genannt. Die Pyramidenspitze und auch die Spitze der Obelisken wurde ben-ben (benben, bnbnt, ben-benet) genannt. Benben ist der Name des göttlichen Steins, der in einem Tempel in Heliopolis aufbewahrt wurde und pyramidenförmig gewesen sein soll. Es wird angenommen, dass das Wort vom ägyptischen Verb "wbn" welches "scheinen" oder "glänzen" bedeutet abstammt. Das Wort wird aber auch mit "bnw" in Verbindung gebracht, die Bezeichnung für "Reiher". Mit "benben" wurde von den alten Ägyptern auch ein kegelförmiges Brot bezeichnet.

Verschiedene Quellen zeigen auf, dass die Spitzen der Pyramiden aus dem Mittleren Reich und der Obelisken aus dem Neuen Reich mit Gold, Elektrum (Legierung aus Gold und Silber) oder Kupfer bedeckt waren. Obelisken mit glänzenden Spitzen wurden in Paaren bei den Eingängen zu Tempeln platziert und der Morgensonne und Abendsonne geweiht. Die goldenen Spitzen fingen das Sonnenlicht ein und schafften so eine Verbindung von der Erde zur Sonne.

Die Spitzen der Pyramiden erglänzen als erstes in der Morgensonne und werden noch von den letzten Strahlen der Abendsonne beleuchtet. So werden die Pyramiden in den Pyramidentexten auch oft als "Treppen" oder "Rampen" bezeichnet, auf denen der Pharao nach seinem Tod den Himmel erreichen kann.

Ist das grösste Bauwerk der Erde

Die Ägypter glaubten, dass die Seele des Pharaos, sein Ka, dargestellt durch ein paar zum Gebet erhobener Hände zur Spitze der Pyramide aufstieg und von dort zur Sonne flog. Denn der Pharao war ein lebender Gott, er war den Mensch gewordener Sonnengott Horus, den sich die Ägypter in der Gestalt eines Falken vorstellten.

Der Pharao war ein Sohn der Sonne. Horus, der Falkengott sein Beschützer Und so wie die Sonne jeden Tag im Westen unterging und am nächsten Morgen neu geboren im Osten wieder aufstieg so würde auch der Pharao wieder auferstehen.

Als Pyramidion wird in der Archäologie der ebenso pyramidenförmige oberste, letzte oder Schlussstein einer Pyramide bezeichnet – im Altägyptischen benbenet genannt[1] wie darüber mit dem sogenannten Benben assoziiert – sowie ebenfalls die pyramidenförmige Spitze eines Obelisken. Pyramidia von Pyramidenbauwerken haben nahezu die gleichen Proportionen wie diese und stellen sie als verkleinerte oder verdichtete Form dar. Im Alten Reich wurde diese Form aus einem Steinblock von Diorit, Granit oder Kalkstein herausgeschlagen. Oft sind die Seitenflächen mit Inschriften versehen und mit Elektron überzogen worden. Er wurde  aus schwarzem Granit gefertigt und allseits umlaufend mit Inschriften versehen. Möglicherweise war der Stein ebenso wie die Spitzen mancher Obelisken früher noch mit Elektron überzogen, einer metallischen Legierung aus Gold und Silber.

Als Elektron oder Elektrum (von griech. ήλεκτρον elektron ‚Bernstein‘, später lat. electrum ‚Bernstein, Silbergeld‘) bezeichnet man eine ursprünglich natürliche Legierung aus Gold und Silber, die später auch künstlich hergestellt wurde. Gold kommt in der Natur nur selten in Reinform (als Nuggets) vor. Durch einen hohen Silberanteil hat Elektron eine blassere Gelbfärbung als reines Gold, allerdings tritt durch die Sulfidierung des Silbers an der Luft rasch eine dunklere Verfärbung ein. Das natürliche Elektron enthält – neben dem Silber – häufig auch noch einen meist geringen Kupferanteil. Der Goldanteil der natürlichen Elektron-Legierungen ist stark schwankend und kann zwischen etwa 90 % und 20 % liegen, typisch um 73 %. Silber mit einem Goldanteil unter 10 % wurde früher als güldisches Silber bezeichnet.

Die gefundenen Pyramidia entsprechen ihrer Form nach idealisiert dem geometrischen Körper einer geraden Pyramide auf Basis eines Vierecks. Manche haben eine rechteckige, die meisten eine quadratische Grundfläche; Unterschiede bestehen in den Abmessungen der Basis und der Höhe, beziehungsweise in Größe der Grundfläche und Neigung der Seiten. Bei einer regelmäßigen geraden Pyramide auf quadratischer Grundfläche ergibt sich der Neigungswinkel α der vier Seiten der Mantelfläche aus dem jeweiligen Verhältnis von Höhe h zu Basis b (tan α = 2•h / b). Ein Pyramidion auf quadratischer Basis, bei dem vier genau gleichseitige Dreiecke die Seitenflächen bilden –  bei dem also alle 8 Kanten gleich lang sind – hat den Neigungswinkel von 54° 44' (gerundet; Höhe zu Basislänge verhalten sich hier wie 1 : Wurzel aus 2