Wichtige Singularitäten der Astronomie

Früher (vor 1967) meinte der Begriff Singularität in der Astronomie ausschließlich Schwarze Löcher. Die Krümmungssingularität der Schwarzen Löcher ist durch einen Ereignishorizont verborgen. In diesem Punkt unendlicher Krümmung steckt die gesamte Masse eines Schwarzen Loches! Anders gesagt: Die Quelle der Gravitation eines Schwarzen Loches ist die Krümmungssingularität.
In der Kosmologie fanden die Relativitätstheoretiker die zweite wichtige Singularität der Astronomie: die Urknallsingularität. Als die Pioniere der Kosmologie Anfang des 20. Jahrhunderts die Allgemeine Relativitätstheorie zur Beschreibung des Kosmos als Ganzes benutzten, fanden sie dynamische Universen. Der expandierende Kosmos konnte sehr gut die astronomischen Beobachtungsdaten klären, denn die amerikanischen Astronomen V. Slipher und E. Hubble konnten messen, dass sich auf sehr großen, kosmologischen Raumskalen die Galaxien voneinander entfernen: Sie folgen der expandierenden Raumzeit des Universums! Extrapoliert man diese Ausdehnung in die Vergangenheit, so muss es ein sehr kleines Universum gegeben haben. 1931 fand G.A. Lemaître, dass der Kosmos in einem beliebig kleinen Punkt vereint gewesen sein muss. Dies war die Entdeckung der Urknallsingularität. Lemaître sprach von der 'Geburt des Raumes'.

Singularität, eine Stelle, an der ein kontinuierlicher Zustand einen plötzlichen 'Sprung' aufweist oder einen unendlichen bzw. nicht mehr beschreibbaren Wert annimmt.

In der Astronomie ist eine Singularität ein räumlicher oder zeitlicher Bereich im Universum, in dem die bisher bekannten Naturgesetze nicht gelten. Solche Bereiche gibt es durchaus. Nahe dem Zentrum eines Schwarzen Lochs beispielsweise strebt die Schwerkraft gegen einen unendlichen Wert. Im Zentrum selbst lässt sich die Schwerkraft im Rahmen der Allgemeinen Relativitätstheorie nicht mehr beschreiben, das Zentrum stellt also eine Singularität dar. Aus den gleichen Gründen sind der Zeitpunkt des Urknalls und die ersten 10-43 Sekunden für das ►Standardmodell der Physik eine Singularität, die aber vielleicht mit einer umfassenderen Theorie beschreibbar wird und somit aufgelöst werden kann.

 

In der Zukunftsforschung bezeichnet der Begriff der technologischen Singularität den Zeitpunkt, ab dem der technische Fortschritt so schnell abläuft, dass ihm ein Mensch nicht mehr zu folgen vermag. Konkret stellen manche Zukunftsforscher, wie Ray Kurzweil, sich vor, dass die Entwicklung der computergenerierten künstlichen Intelligenz eine technologische Singularität auslöst, sobald sie eine Seele ausbildet und die menschliche Intelligenz überholt.

Das Singularity Institute for Artificial Intelligence wurde ausdrücklich zu dem Zweck gegründet, eine solche sich selbst ständig weiterentwickelnde Künstliche Intelligenz (Seed AI) zu konstruieren.

 

Trotz exponentiell steigender Leistungsfähigkeit der Computer ist jedoch die Erforschung der künstlichen Intelligenz in den letzten Jahrzehnten nicht sonderlich vorangekommen. Daher kann es nach Meinung der meisten KI-Forscher bis zum Singularitätszeitpunkt noch viele Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte dauern.

 

http://unendliches.net/german/index.htm?singularitaet.htm

Vergleich Veda (Pradhana) und Urknalltheorie (Singularity)